Künstlerpodium

Der »Sänger des Jahres 2015« Georg Nigl im Gespräch mit Jürgen Kesting und Prof. Dr. med. Wolfram Seidner

Der »Sänger des Jahres 2015« Georg Nigl im Gespräch mit Jürgen Kesting und Prof. Dr. med. Wolfram Seidner
Georg Nigl
Foto: Bernd Uhlig

Sonntag, 2. Oktober 2016, 11h30 – 13h00, Kammermusiksaal, Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Georg Nigl begeistert Publikum und Presse stets durch leidenschaftliche und authentische Auftritte, sei es bei seinem gefeierten »Wozzeck« an der Mailänder Scala oder seiner Interpretation der Bach- Kantaten mit Luca Pianca. Seine tiefgründige und umfassende Auseinandersetzung mit allen aufgeführten Werken, seine enge Verbundenheit mit dem Sprechtheater und die damit einhergehende Gewichtung von Text und Rhetorik sowie seine ausdrucksstarken darstellerischen Fähigkeiten auf der Bühne machen Georg Nigl zu einem der am meisten gefeierten Baritone weltweit.

Bereits im Kindesalter war Georg Nigl eng mit der Musik verbunden. Als Sopransolist der Wiener Sängerknaben trat er auf den bedeutenden Bühnen in Erscheinung. Im Studium bei Kammersängerin Hilde Zadek erhielt er weitere wichtige Impulse für seine anschließende Karriere als Bariton. Sein ganz eigenes Timbre, das seinen Figuren spezielles Gesicht verleiht und den besonderen Charakter gibt, führt ihn auf alle wichtigen Opernbühnen. So trat er am Bolschoi Theater Moskau, der Staatsoper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, dem Théâtre des Champs-Elysées und der De Nationale Opera sowie bei Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Festival Aix-en-Provence und den Wiener Festwochen auf. Dabei arbeitet er unter Leitung von renommierten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Ingo Metzmacher, Thomas Hengelbrock und Nikolaus Harnoncourt sowie mit Regisseuren wie Andrea Breth, Sasha Waltz, Robert Wilson und Frank Castorf.

Besondere Anerkennung verschaffte sich Georg Nigl nicht nur als ausführender Solist zahlreicher Uraufführungen, sondern auch als Impulsgeber für Kompositionen und Publikationen, unter anderem von Pascal Dusapin, Georg Friedrich Haas, Wolfgang Mitterer, Wolfgang Rihm und Friedrich Cerha. Georg Nigls kammermusikalisches Repertoire weist ein weites Spektrum vom Barock über die Wiener Klassik bis zu Neuester Musik auf – gemeinsam erarbeitet und aufgeführt mit Andreas Staier, Alexander Melnikov und Gérard Wyss.

Liederabende und Konzerte bilden Höhepunkte in der laufenden Saison 2016/17 und werden ihn in die großen Konzertsäle in Paris, Wien, Hamburg, Köln, Amsterdam, Brüssel und London führen. In 2016/17 und in 2017/18 wird er auf den Bühnen der Wiener Staatsoper, der Hamburger Staatsoper und dem Opernhaus Zürich auftreten, sowie in der Staatsoper Berlin, Staatsoper Stuttgart und bei den Wiener Festwochen und der Ruhrtriennale. Georg Nigl wird mit den Regisseuren Dmitri Tcherniakov, Robert Carsen und Joan Simmons zusammenarbeiten, sowie unter der Leitung von unter anderem Thomas Hengelbrock, Pablo Heras-Casado, Marc Minkowski, Kent Nagano.

Georg Nigl ist seit 2014 Professor für Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. In der 2015 Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt wurde er zum »Sänger des Jahres« gekürt.

www.georgnigl.com

Jürgen Kesting studierte in Köln und Wien Germanistik, Anglistik und Philosophie. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst für Schallplattenfirmen: Vier Jahre lang war er Presse-Chef der Kölner EMI Electrola und der Münchner Eurodisc, bevor er 1973 zum bekannten deutschen Magazin Stern wechselte. Hier war er als Redakteur und Autor tätig und leitete von 1978 an das Kulturressort. 1993 wechselte er als Autor zu der neu gegründeten Zeitung DIE WOCHE.

Im Laufe seiner journalistischen Tätigkeit machte Kesting sich einen Namen als Kritiker und Kenner der klassischen Musik. Sein besonderes Interesse gilt dabei dem Gesang. Nach vielen Musiksendungen im Rundfunk – WDR, Südwestfunk, Süddeutscher Rundfunk, SFB, NDR, Bayerischer Rundfunk – veröffentlichte er 1986 eine dreibändige Studie »Die großen Sänger«. Aufgrund des großen Erfolges erschien eine einbändige Sonderauflage. 1990 folgte eine inzwischen ins Englische und Russische übersetzte Monografie über Maria Callas sowie 1991 ein Buch-Essay über Luciano Pavarotti. 2008 erschien bei Hoffmann und Campe Verlag eine vierbändige überarbeitete Fassung von »Die großen Sänger«.

Bekannt wurde Kesting auch durch seine Sendungen in Rundfunk und Fernsehen, in denen er einem großen Publikum die Liebe zur Musik vermittelt. Er produzierte unter anderem eine 26-teilige Reihe über Maria Callas und eine 13-teilige TV-Serie über »Die großen Tenöre«.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist neben der Musik die Kulturpolitik, für die er sich, unter anderem als Mitglied der Jury des internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN aktiv einsetzt.

Prof. Dr. med. Wolfram Seidner studierte Humanmedizin und absolvierte ein Gesangsstudium mit Solistenabschluss und Lehrbefugnis. Er ist Facharzt für HNO-Heilkunde sowie für Phoniatrie und Pädaudiologie. Von 1995 bis 2005 leitete er die Fachabteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie an der Universitäts-HNO-Klinik Charité (Campus Mitte). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Stimmdiagnostik, Erkrankungen der Sing- und Sängerstimme sowie stimmverbessernde Operationen.

Seidner gründete und leitete die Berliner gesangswissenschaftlichen Tagungen sowie die Vortrags- und Gesprächsrunden Stimmerkrankungen bei Schauspielern und Sängern und wirkte als Dozent an verschiedenen Hochschulen. Er ist zudem Mitbegründer der Internationalen Stuttgarter Stimmtage sowie der Lübbenauer Schlosskurse zur Stimmdiagnostik.

Als Stimmexperte veröffentlichte Seidner zahlreiche Publikationen (unter anderem Wendler / Seidner / Eysholdt »Lehrbuch der Phoniatrie und Pädaudiologie«, vierte Auflage 2005, Seidner / Wendler »Die Sängerstimme«, vierte Auflage 2010, Seidner »ABC des Singens«, zweite Auflage 2010, Seidner / Nawka (Herausgeber) »Handreichungen zur Stimmdiagnostik«, 2013) und ist Mitglied nationaler und internationaler Fachgesellschaften.

Karten erhalten Nicht-Tagungsteilnehmer an der Tagungskasse zu 10 €, ermäßigt 8 € pro Podium, Reservierung unter 0711 . 22 10 12 oder per Mail möglich.