Zaher Alchihabi, Cornelia Lanz

Singen als universelle Sprache. Warm-ups, Körperübungen, Aufwärmspiele und Sing-a-longs für internationale Gruppen

Singen als universelle Sprache. Warm-ups, Körperübungen, Aufwärmspiele und Sing-a-longs für internationale Gruppen
Foto: Britta Leuermann

Donnerstag, 29. September 2016, 15h00 – 17h00

Der Workshop richtet sich insbesondere an diejenigen, die in internationalen Gruppen und verschiedenen Sprachen, Kulturen, Religionen arbeiten oder dies beabsichtigen und bietet praktische, musikalische und imitatorische Übungen, die ganz ohne Übersetzer in gemischten Gruppen direkt eingesetzt werden können.

Singen und Körperarbeit wird zur Brücke der Verständigung jenseits von Sprache und vermeintlichen Grenzen. Dabei stoßen die Teilnehmer gemeinsam auf ganz unterschiedliche Fragen wie: »Kann ich mit muslimischen Frauen Massageübungen machen?« oder »Wie baue ich Impulse der Mitwirkenden in meine Arbeit ein?« oder »›Dabka‹ – wie sehr ist Tanz in der arabischen Kultur verankert?«

Cornelia Lanz, die Stuttgarter Mezzosopranistin war unter anderem an folgenden Orten zu hören: Staatstheater Stuttgart, Tonhalle Zürich, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Prinzregententheater München, Radialsystem V Berlin, Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Stuttgart, Bergen Domkirke – Kathedrale Bergen in Norwegen, Cathédrale Saint-Lazare d’Autun und der Basilika Notre Dame de Beaune in Frankreich, Église Saint-Jacques-le-Mineur de Liège in Belgien, Stiftskirche Stuttgart, Ulmer Münster, Sebalduskirche Nürnberg, Friedenskirche Ludwigsburg und Stiftskirche Tübingen. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Manfred Honeck, Werner Erhardt, Adam Fischer, Jaroslav Opela, Franz Raml sowie mit Orchestern wie dem Württembergischen Staatsorchester Stuttgart, Stuttgarter Symphoniker, Zürcher Kammerorchester, Kammerorchester der Münchner Philharmoniker, Berliner Symphoniker, Orchester l’arte del mondo, Kurpfälzisches Kammerorchester Mannheim, Hassler-Consort und L’arpa festante.

Die Oper Stuttgart, das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester und das Theater Nordhausen engagierten Cornelia Lanz. Ihre Operninszenierung von Händels »Alcina« kam in New York zur Aufführung, Händels »Imeneo« in Dubai und Janáčeks »Die Sache Makropulos« in München.

Cornelia Lanz beschloss ihr Studium »Künstlerische Ausbildung Gesang« an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Hier und an der Manhattan School of Music in New York studierte sie Gesang, unterstützt durch ein Stipendium der Baden-Württemberg Stiftung. Sie legte ihre Staatsexamina mit Referendariat in Schulmusik mit den Schwerpunkten Violine und Dirigieren ab, außerdem in den Fächern Amerikanistik und Anglistik, was sie an der Universität Stuttgart und der Columbia University in the City of New York studierte.

Die Mezzosopranistin ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verband International e.V.. Sie erhielt den Bruno-Frey-Musikpreis, den Kulturpreis des Landkreises Biberach, den Zonta-Kultur-Award und war Finalistin im Wiener Nico-Dostal Operettenwettbewerb.

Im Oratorienfach übernahm sie die großen Altpartien. Im Liedfach sang sie zahlreiche Lieder verschiedener Stilrichtungen. Im Opernfach sang sie große Mezzopartien von Glucks Orfeo über Mozarts Idamante, Dorabella und Cherubino bis Bizets Carmen. Beim Klassiklabel Animato sang sie die Händeloper »Oreste« in der Titelrolle ein und bei Hänssler brachte sie ihr Solo-Lieder-Debut heraus.
Aktuell produziert, leitet, initiiert und singt sie mit ihrem Verein Zuflucht Kultur e.V. und Flüchtlingen die medial vielbeachteten Produktionen von Mozarts »Così fan tutte«, »Zaide – eine Flucht« sowie »Idomeneo«. Das ZDF-Programm »Die Anstalt« gewann für den Auftritt des von Cornelia Lanz gegründeten und geleiteten Chores den Grimme-Preis und den Amnesty Menschenrechtspreis. Der Chor erregte international Aufsehen bis hin zu den Vereinigten Nationen und Bundespräsident Joachim Gauck und zeichnet mitverantwortlich für Willkommenskultur.

www.cornelia-lanz.com

Zaher Alchihabi ist ein junger gelernter Schauspieler und angehender Filmregisseur. 2016 erhielt er ein Stipendium der Allianz Kulturstiftung und der Akademie Schloss Solitude auf Schloss Solitude zu leben und zu arbeiten. In Mozarts »Idomeneo« spielt er die Rolle des Arbace und zeichnet mitverantwortlich als Dokumentarfilmregisseur. Er stammt aus Aleppo in Syrien, von dort er Anfang 2015 geflohen ist und kam im Juli 2015 in den Landkreis Biberach/Riss. Alchihabi hat in seiner Heimat zunächst einen Bachelor-Abschluss im Bereich Wirtschaftswissenschaft an der Universität von Aleppo erworben und sich danach seiner Leidenschaft, dem Schauspiel gewidmet. Er hat an der staatlichen Schauspielschule Aleppo studiert und dieses Studium mit einer Aufführung des irakischen Gilgamesch-Epos abgeschlossen. Über die Schauspielerei hinaus fasziniert Alchihabi vor allem das Regieführen. Mit einem selbstkonzipierten Kurzfilm mit dem Titel »Selbstgespräch« bewarb er sich an der Europäischen Universität Damaskus für den Studiengang Filmregie und wurde dort als einer der besten drei Bewerber mit einem Stipendium aufgenommen. In seinem Kurzfilm führte Alchihabi Regie, war Schauspieler und hat den Schnitt vorgenommen. Der Film erzählt die Gedanken eines Mannes, dessen Träume, für die er hart gearbeitet hat, durch den Krieg zerstört wurden. Auch Alchihabis Traum vom Studium der Filmregie nahm Ende 2014 durch die kriegerische Zerstörung von Teilen der Europäischen Universität Damaskus ein jähes Ende. Dies war nur einer von vielen Gründen, die ihn dazu bewegten sein Land zu verlassen. Seine Liebe zur Bühne hat ihm durch die darauf folgende körperlich und seelisch anstrengende Zeit der Flucht geholfen.

In Deutschland war Zaher Alchihabi bereits bei ZAIDE. EINE FLUCHT. schauspielerisch im Verein Zuflucht Kultur e.V. tätig. Bei Veranstaltungen in ganz Deutschland präsentiert er in diesem Rahmen mit großem Erfolg einen Melolog aus Mozarts Singspiel »Zaide«.

Er hat eine Geschichte zu erzählen und eine politische Botschaft zu vermitteln – kann aber die Kunst auch Kunst sein lassen. Er möchte als Botschafter zwischen Kulturen wirken, Menschen und Kunstformen verbinden. Es bedeutet ihm viel, hier in Deutschland ein Podium für seine Kunst zu haben. Sein Respekt gilt der Bühne. Er strebt nicht nach Materiellem, sondern nach Inhalten für die Seele.

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